Linksausdreher: Funktion, Typen und Kaufberatung

Ein Linksausdreher, auch Schraubenausdreher oder Easyout genannt, ist ein Spezialwerkzeug, das dazu dient, abgebrochene oder festsitzende Schrauben, Bolzen und Gewindestangen aus einem Werkstück zu entfernen. Das Werkzeug arbeitet entgegen dem Uhrzeigersinn und nutzt dabei die Gegenkraft, um sich in das Material einzubohren. Es gehört zur Grundausstattung jeder gut ausgerüsteten Werkstatt.

Wie funktioniert ein Linksausdreher?

Das Funktionsprinzip des Linksausdrehers basiert auf einem linksgängigen Gewinde oder einer linksgängigen Spirale an der Werkzeugspitze. Zunächst bohrst du mit einem passenden Bohrer eine Zentrierbohrung in den Schraubenkopf oder den abgebrochenen Bolzen. Anschließend setzt du den Linksausdreher an und drehst ihn – mit einem T-Griff, einer Ratsche oder einem Bohrfutter – gegen den Uhrzeigersinn. Dabei gräbt sich die linksgängige Spitze immer fester in das Material ein. Da normale Schrauben rechtsgängig sind, überträgt sich die Drehbewegung direkt auf den festsitzenden Bolzen und löst ihn heraus.

Typen und Bauformen

Im Handel findest du verschiedene Bauformen, die sich für unterschiedliche Anwendungen eignen:

  • Spiralförmige Linksausdreher: Die häufigste Variante mit einer konischen, links gedrehten Spirale. Sie bieten guten Halt und sind für die meisten Standardanwendungen geeignet.
  • Vierkant-Linksausdreher: Besitzen eine vierkantförmige, konische Spitze und sind besonders robust. Sie eignen sich für größere Bolzendurchmesser.
  • Stufenförmige Linksausdreher: Kombinieren mehrere Größen in einem Werkzeug und ermöglichen so einen flexiblen Einsatz.
  • Sets: Häufig werden Linksausdreher als Satz mit passenden Linksdrillbohrern angeboten, was den Arbeitsprozess erheblich erleichtert.

So gehst du Schritt für Schritt vor

  1. Zentrieren: Mit einem Körner eine kleine Vertiefung mittig auf dem abgebrochenen Bolzen setzen, damit der Bohrer nicht wegrutscht.
  2. Vorbohren: Mit einem kleinen Bohrer (meist im Set enthalten) mittig ins Material bohren – nicht zu tief, nur bis zur passenden Aufnahmetiefe.
  3. Ansetzen: Den passenden Linksausdreher in die Bohrung einsetzen.
  4. Drehen: Mit T-Griff oder Ratsche vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn drehen, dabei gleichmäßigen Druck ausüben.
  5. Herausziehen: Sobald sich die Spitze fest verkeilt hat, löst sich der Bolzen beim weiteren Linksdrehen von selbst.

Einsatzbereiche

Linksausdreher werden überall dort eingesetzt, wo Schrauben oder Bolzen abgebrochen sind oder sich durch Korrosion, Überdrehung oder Festfressen nicht mehr lösen lassen:

  • KFZ-Werkstätten: Zum Beispiel beim Entfernen abgebrochener Abgaskrümmer-Schrauben oder Zündkerzen
  • Haushaltsreparaturen: Bei abgedrehten Möbelschrauben oder Montagedübeln
  • Maschinenbau und Industrie: Beim Instandhalten von Maschinen und Anlagen
  • Heizungs- und Sanitärinstallation: Zum Lösen korrodierter Verschraubungen

Worauf du beim Kauf achten solltest

Beim Kauf eines Linksausdrehers gibt es einige wichtige Kriterien zu beachten:

  • Material: Hochwertige Linksausdreher bestehen aus HSS (Hochgeschwindigkeitsstahl) oder Kobalt-Stahl und sind deutlich langlebiger als günstige Varianten aus einfachem Stahl.
  • Größenauswahl: Achte darauf, dass der Linksausdreher zum Durchmesser des abgebrochenen Bolzens passt. Sets mit mehreren Größen sind besonders praktisch.
  • Passende Bohrer: Viele Sets enthalten bereits die zugehörigen Linksdrillbohrer, was den Kauf einzelner Komponenten erspart.
  • Markenqualität: Renommierte Hersteller wie Irwin, Alpen oder Exact bieten zuverlässige Produkte, die auch bei hartem Einsatz nicht so schnell brechen.
  • Bruchgefahr: Billige Ausdreher brechen leicht im Werkstück ab und erschweren die Reparatur erheblich – Qualität zahlt sich hier besonders aus.

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Pflege und Wartung

  • Trocken lagern: Feuchtigkeit lässt die Spirale rosten und stumpf werden
  • Spitze prüfen: Abgenutzte oder abgebrochene Spitzen rechtzeitig ersetzen
  • Passend wählen: Immer die zur Bolzengröße passende Ausdreher-Größe nutzen, um Bruch zu vermeiden
  • Vorsichtig drehen: Zu viel Kraft beim Ansetzen kann den Ausdreher selbst abbrechen und die Reparatur erschweren

Häufig gestellte Fragen zum Linksausdreher

Was mache ich, wenn der Linksausdreher selbst abbricht?

Das ist ärgerlich, da HSS-Stahl sehr hart und schwer nachzubohren ist – in diesem Fall hilft oft nur noch eine Fachwerkstatt mit Spezialwerkzeug wie Erodieren.

Wie tief sollte ich vorbohren?

Nur so tief wie nötig für die Aufnahme des Linksausdrehers – zu tiefes Bohren schwächt den verbleibenden Bolzen unnötig.

Warum funktioniert der Linksausdreher gegen den Uhrzeigersinn?

Da normale Schrauben rechtsgängig sind, löst eine Linksdrehung sie – die linksgängige Spitze des Ausdrehers verkeilt sich dabei zusätzlich fester im Material.

Welches Material sollte mein Linksausdreher haben?

HSS oder Kobalt-Stahl sind deutlich langlebiger und bruchsicherer als einfacher Stahl.

Lohnt sich ein Set mit mehreren Größen?

Ja, da du nie im Voraus weißt, welcher Bolzendurchmesser als Nächstes betroffen ist – ein Set deckt mehr Fälle ab.

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Geschrieben vom werkzeugkasten24-Team

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