Ein Gewindebohrer ist ein spanabhebendes Schneidwerkzeug, mit dem du Innengewinde in vorgebohrte Löcher schneidest. Er gehört zu den grundlegenden Werkzeugen in der Metallbearbeitung, im Handwerk und im Maschinenbau. Ohne Gewindebohrer lassen sich keine Schraubenverbindungen in Vollmaterial realisieren.
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Wie funktioniert ein Gewindebohrer?
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Der Gewindebohrer wird in ein vorgebohrtes Kernloch eingesetzt, dessen Durchmesser exakt auf das gewünschte Gewinde abgestimmt sein muss. Durch Drehen – entweder von Hand mit einem Windeisen oder maschinell – schneiden die gehärteten Gewindegänge des Werkzeugs spiralförmige Rillen in das Werkstückmaterial. Dabei hebt der Bohrer Späne ab, die über die Spannuten abtransportiert werden. Bei der manuellen Anwendung drehst du das Werkzeug abwechselnd vor und zurück, um Späne zu brechen und ein Verklemmen zu verhindern. Schneidöl oder Kühlmittel reduzieren dabei Reibung und verlängern die Standzeit.
Typen und Bauformen
Gewindebohrer gibt es in verschiedenen Ausführungen, die je nach Anwendung zum Einsatz kommen:
- Vorschneider (Typ A): Mit langem Anschnitt, ideal für Durchgangslöcher und weiches Material.
- Mitteschneider (Typ B): Mittlerer Anschnitt, universell einsetzbar für Sacklöcher und Durchgangslöcher.
- Fertigschneider (Typ C): Kurzer Anschnitt, geeignet für Sacklöcher, bei denen das Gewinde bis nah an den Grund reichen muss.
- Maschinengewindebohrer: Für den Einsatz in Bohrmaschinen, Bearbeitungszentren oder Gewindeschneidmaschinen optimiert.
- Gewindeformer: Kein spanabhebendes Werkzeug, sondern ein Umformwerkzeug, das das Gewinde durch Verdrängen des Materials erzeugt – besonders stabil und gratfrei.
Gängige Gewindetypen sind metrische Gewinde (M), Feingewinde (MF), Whitworth-Gewinde (G) sowie UNC- und UNF-Gewinde für den angloamerikanischen Bereich.
Einsatzbereiche
Gewindebohrer werden überall dort eingesetzt, wo Schraubenverbindungen in Vollmaterial benötigt werden:
- Metallverarbeitung und Maschinenbau
- KFZ-Reparatur und Motorenbau
- Elektroinstallation und Gehäusebau
- Modellbau und Feinmechanik
- Heimwerker-Projekte in Metall, Kunststoff oder Holz
Worauf du beim Kauf achten solltest
Beim Kauf eines Gewindebohrers spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle:
- Material: HSS (Hochgeschwindigkeitsstahl) ist der Standard für die meisten Anwendungen. HSS-E mit Kobaltanteil eignet sich für harte Werkstoffe wie Edelstahl. Vollhartmetall (VHM) bietet maximale Standzeit bei maschinellem Einsatz.
- Beschichtung: TiN- oder TiAlN-Beschichtungen reduzieren Verschleiß und verbessern die Gleiteigenschaften erheblich.
- Gewindenorm: Achte darauf, dass Gewindegröße und Steigung mit deinem Einsatzzweck übereinstimmen.
- Satz oder Einzelwerkzeug: Für gelegentliche Anwendungen reichen Einzelbohrer, für regelmäßigen Einsatz lohnt sich ein Satz mit Vor-, Mittel- und Fertigschneider.
- Qualität: Markenprodukte von Herstellern wie Dormer, Guhring oder Volkel bieten bessere Präzision und längere Standzeiten als No-Name-Produkte.
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