Zentrierbohrer

Ein Zentrierbohrer ist ein spezialisiertes Bohrwerkzeug, das in der Metallbearbeitung eingesetzt wird, um exakte Ausgangspunkte für nachfolgende Bohrungen zu schaffen. Er verhindert das Verlaufen größerer Bohrer und sorgt so für höchste Präzision. Außerdem dient er zur Vorbereitung von Werkstücken für die Aufnahme zwischen Spitzen an Drehmaschinen.

Wie funktioniert ein Zentrierbohrer?

Der Zentrierbohrer arbeitet nach einem einfachen Prinzip: Seine kurze, steife Bauform minimiert Schwingungen und ermöglicht ein stabiles Einstechen in das Material. Die Spitze bohrt zunächst ein kleines Pilotloch, während der konische Bereich gleichzeitig eine kegelförmige Senkung erzeugt. Dieser Kegel hat typischerweise einen Winkel von 60°, der exakt auf die Spitzen von Drehmaschinen abgestimmt ist. Durch die Kombination aus Bohren und Senken entsteht in einem einzigen Arbeitsgang eine saubere, präzise Zentrierbohrung, die als Leitpunkt für größere Bohrer dient.

Typen und Bauformen

Zentrierbohrer gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich nach Norm und Einsatzzweck unterscheiden:

  • Form A (DIN 333): Die einfachste und am häufigsten verwendete Variante mit einem 60°-Kegelwinkel, ohne Schutzphase.
  • Form B (DIN 333): Besitzt zusätzlich eine Schutzphase am Kegelrand, die die empfindliche Bohrung vor Beschädigungen schützt.
  • Form R (DIN 333): Verfügt über einen gerundeten Übergang statt eines geraden Kegels, ideal für Präzisionsanwendungen.
  • Kombinationszentrierbohrer: Vereint Zentrierbohren und Senken in einem Werkzeug für besonders effizientes Arbeiten.

Die Durchmesser reichen üblicherweise von 1 mm bis 10 mm, wobei die Bohrerdurchmesser nach DIN genormt sind.

Einsatzbereiche

Zentrierbohrer werden überall dort eingesetzt, wo Präzision beim Bohren gefragt ist:

  • Metallverarbeitung und Maschinenbau zur Vorbereitung exakter Bohrungen
  • Drehmaschinen zur Aufnahme von Werkstücken zwischen Körnerspitzen
  • Holzbearbeitung für präzise Startpunkte bei Dübelbohrungen
  • Feinmechanik und Uhrmacherei bei kleinsten Durchmessern
  • Schlosserarbeiten und Reparaturbetriebe als Allround-Hilfswerkzeug

Worauf du beim Kauf achten solltest

Beim Kauf eines Zentrierbohrers gibt es einige wichtige Kriterien zu beachten:

  • Material: Hochgeschwindigkeitsstahl (HSS) ist der Standard. Für härtere Materialien empfehlen sich HSS-Co- oder Vollhartmetall-Varianten.
  • Norm und Form: Achte darauf, die passende DIN-Form für deinen Anwendungsfall zu wählen. Form B bietet durch die Schutzphase mehr Langlebigkeit.
  • Durchmesser: Wähle den Durchmesser passend zum nachfolgenden Bohrwerkzeug und dem zu bearbeitenden Material.
  • Qualität: Markenprodukte von Herstellern wie Guhring, Dormer oder Ruko bieten längere Standzeiten und bessere Präzision als No-Name-Ware.
  • Beschichtung: TiN- oder TiAlN-beschichtete Zentrierbohrer erhöhen die Standzeit und reduzieren Reibungswärme deutlich.

Ein Satz mit mehreren Größen ist für die meisten Werkstätten die praktischste Lösung, da du so flexibel auf verschiedene Anforderungen reagieren kannst.

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