Lochfräser

Ein Lochfräser, auch Lochsäge genannt, ist ein zylindrisches Schneidwerkzeug, das kreisrunde Ausschnitte in verschiedene Materialien schneidet. Er wird in einer Bohrmaschine oder einem Akkuschrauber eingespannt und ermöglicht saubere, präzise Löcher mit definierten Durchmessern. In Handwerk, Industrie und Heimwerken gehört er zu den meistgenutzten Werkzeugen überhaupt.

Wie funktioniert ein Lochfräser?

Der Lochfräser besteht aus einem zylindrischen Stahlkorb mit Sägezähnen an der Unterseite und einem zentralen Zentrierbohrer. Dieser Zentrierbohrer bohrt zunächst einen Führungspunkt in das Material, damit der Sägekorb exakt auf der gewünschten Position bleibt. Anschließend fräsen die Zähne des Zylinders einen kreisförmigen Schnitt ins Material. Das ausgeschnittene Materialstück bleibt dabei im Inneren des Korbs und lässt sich nach dem Schnitt einfach entnehmen. Die Drehbewegung der Maschine überträgt sich über einen Aufnahmeschaft, der entweder als Sechskantschaft oder als Bi-Metall-Adapter ausgeführt ist.

Typen und Bauformen

Lochfräser gibt es in zahlreichen Varianten, die sich nach Material und Einsatzzweck unterscheiden:

  • Bi-Metall-Lochfräser: Kombination aus Schnellarbeitsstahl (HSS) und Stahl – vielseitig einsetzbar für Holz, Kunststoff und dünne Metalle.
  • HSS-Lochfräser: Aus Hochleistungsschnellstahl gefertigt, ideal für Metallbearbeitung.
  • Hartmetall-Lochfräser: Bestückt mit Hartmetallzähnen, geeignet für harte Materialien wie Fliesen, Beton oder Guss.
  • Diamant-Lochfräser: Mit Diamantsegmenten besetzt, speziell für Keramik, Glas und Naturstein.
  • Holzlochfräser: Optimierte Zahnung für saubere Schnitte in Holz und Holzwerkstoffe.

Die Durchmesser reichen je nach Hersteller von etwa 14 mm bis zu 200 mm oder mehr, wobei Sets mit mehreren Größen besonders praktisch sind.

Lochfräser vs. Fräser: Wo liegt der Unterschied?

Der Lochfräser ist speziell für kreisrunde Ausschnitte konzipiert und lässt sich einfach in eine normale Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber einspannen – ideal für den Heimwerkerbereich. Der klassische Fräser arbeitet dagegen seitlich in speziellen Fräsmaschinen, CNC-Anlagen oder Oberfräsen und ermöglicht deutlich vielseitigere Formen wie Nuten, Konturen und Flächen – ist dafür aber auf entsprechende Maschinen angewiesen und weniger zugänglich für Gelegenheitsnutzer.

Einsatzbereiche

Lochfräser werden in vielen Bereichen eingesetzt:

  • Installation von Steckdosen und Schaltern in Wänden oder Hohlböden
  • Einbau von Einbauleuchten und Spots in Decken
  • Rohrinstallationen und Leitungsdurchführungen
  • Schlosseinbau in Türen (Schlossfräsung)
  • Karosserie- und Metallarbeiten in der Kfz-Werkstatt
  • Arbeiten an Keramik, Fliesen und Naturstein im Sanitärbereich

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Material: Wähle den Typ passend zum Einsatzbereich – Bi-Metall für Allroundaufgaben, Diamant für Keramik.
  • Durchmesser: Stelle sicher, dass der gewünschte Durchmesser im Lieferumfang enthalten ist oder einzeln erhältlich ist.
  • Aufnahme: Achte auf die Kompatibilität des Schafts mit deiner Bohrmaschine (z. B. Sechskant oder SDS).
  • Zahngeometrie: Feine Verzahnung für Metall, grobe Verzahnung für Holz sorgt für sauberere Ergebnisse.
  • Schnitttiefe: Die Tiefe des Sägekorbs bestimmt, wie dick das Material sein darf.
  • Markenqualität: Hochwertige Hersteller wie Bosch, Milwaukee oder Starrett bieten längere Standzeiten und präzisere Ergebnisse.

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Pflege und Wartung

  • Reinigen: Nach dem Einsatz Späne und Materialreste aus dem Sägekorb entfernen
  • Zähne prüfen: Stumpfe oder beschädigte Zähne rechtzeitig erkennen, da sie das Schnittbild verschlechtern
  • Zentrierbohrer schärfen: Ein stumpfer Zentrierbohrer erschwert das präzise Ansetzen erheblich
  • Trocken lagern: Feuchtigkeit fördert Rost an Zähnen und Sägekorb

Häufig gestellte Fragen zum Lochfräser

Was ist der Unterschied zwischen Lochfräser und Fräser?

Der Lochfräser ist für runde Löcher konzipiert und passt in eine normale Bohrmaschine. Der klassische Fräser arbeitet seitlich in speziellen Fräsmaschinen für vielseitigere Formen.

Welcher Lochfräser eignet sich für Fliesen?

Für Fliesen, Keramik oder Naturstein eignen sich Diamant-Lochfräser am besten, da sie besonders hart und verschleißfest sind.

Wie tief kann ich mit einem Lochfräser bohren?

Die maximale Materialstärke wird durch die Tiefe des Sägekorbs bestimmt – diese variiert je nach Modell und sollte vor dem Kauf geprüft werden.

Was ist ein Bi-Metall-Lochfräser?

Eine Kombination aus Schnellarbeitsstahl und Stahl, die vielseitig für Holz, Kunststoff und dünne Metalle einsetzbar ist – der gängigste Allround-Typ.

Welche Schaftaufnahme brauche ich?

Das hängt von deiner Bohrmaschine ab – gängig sind Sechskant- oder SDS-Aufnahmen. Prüfe die Kompatibilität vor dem Kauf.