Der Bohrhammer ist das kraftvollste Werkzeug für Bohrungen in Beton, Naturstein und massivem Mauerwerk. Er nutzt ein pneumatisches Schlagwerk, das deutlich mehr Energie liefert als eine klassische Schlagbohrmaschine, und wird zusätzlich häufig als Meißelhammer für leichte Abbrucharbeiten eingesetzt.
Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert ein Bohrhammer?
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Anders als die mechanische Schlagkupplung der Schlagbohrmaschine erzeugt der Bohrhammer die Schlagbewegung pneumatisch: Ein Kolben komprimiert Luft in einer Zylinderkammer und überträgt die Energie stoßartig auf den Bohrer – ähnlich einem kleinen Presslufthammer. Das SDS-Aufnahmesystem (SDS-plus für kleinere, SDS-max für größere Geräte) hält den Bohrer dabei ohne festes Verspannen, sodass er sich frei mitbewegen und den vollen Schlagimpuls aufnehmen kann. Viele Bohrhämmer bieten zusätzlich einen reinen Meißelmodus ohne Drehbewegung.
Typen und Bauformen
- Kombihammer: Bietet Bohren, Schlagbohren und Meißeln in einem Gerät – die vielseitigste Wahl für Heimwerker.
- Leichter Bohrhammer (SDS-plus): Kompakt und für die meisten Haushaltsbohrungen bis ca. 26 mm Durchmesser ausreichend.
- Schwerer Bohrhammer (SDS-max): Für professionelle, großdimensionierte Bohrungen und intensive Abbrucharbeiten.
- Akku-Bohrhammer: Kabellose Variante für mobile Einsätze, mittlerweile mit beachtlicher Leistung.
Bohrhammer vs. Schlagbohrmaschine: Wann brauche ich welches Gerät?
Für normale Dübellöcher in Wohnungswänden reicht eine Schlagbohrmaschine völlig aus. Der Bohrhammer lohnt sich, sobald du größere Durchmesser, dickere Betonwände, häufigere Bohrungen oder zusätzlich Meißelarbeiten (z. B. Fliesen entfernen, Durchbrüche schaffen) vorhast – seine pneumatische Schlagenergie bohrt spürbar schneller und schont dabei sogar deine Hand- und Armgelenke stärker als eine überforderte Schlagbohrmaschine.
Einsatzbereiche
- Bohrungen in Beton, Naturstein und massivem Mauerwerk
- Leichte Abbrucharbeiten und Fliesenentfernung im Meißelmodus
- Durchbrüche für Leitungen und Rohre
- Professionelle Bauarbeiten mit hohem Bohraufkommen
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Schlagenergie (Joule): Höhere Werte ermöglichen größere Bohrdurchmesser und effektiveres Meißeln.
- SDS-Aufnahme: SDS-plus für den Heimgebrauch, SDS-max für professionelle, schwere Anwendungen.
- Betriebsmodi: Reines Bohren, Schlagbohren und Meißeln sollten getrennt wählbar sein.
- Vibrationsdämpfung: Wichtig für ermüdungsfreies Arbeiten bei längerem Einsatz.
- Gewicht: Schwerere Geräte liefern mehr Schlagkraft, ermüden aber schneller bei Überkopfarbeiten.
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Pflege und Wartung
- SDS-Aufnahme fetten: Regelmäßig mit Spezialfett pflegen, damit der Bohrer leichtgängig einrastet
- Staub entfernen: Bohrstaub gründlich aus Lüftungsschlitzen und Aufnahme entfernen
- Kohlebürsten prüfen: Bei nachlassender Leistung kontrollieren lassen
- Trocken und stoßgeschützt lagern: Schützt die empfindliche Schlagmechanik
Häufig gestellte Fragen zum Bohrhammer
Brauche ich für den Heimgebrauch wirklich einen Bohrhammer?
Für gelegentliche Dübellöcher reicht eine Schlagbohrmaschine. Ein Bohrhammer lohnt sich bei größeren Bohrungen, dickem Beton oder zusätzlichen Meißelarbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen SDS-plus und SDS-max?
SDS-plus ist für kleinere, leichte Bohrhämmer im Heimbereich gedacht. SDS-max ist für schwere, professionelle Geräte mit höherer Schlagenergie ausgelegt.
Kann ich mit einem Bohrhammer auch Fliesen entfernen?
Ja, im reinen Meißelmodus ohne Drehbewegung eignet sich der Bohrhammer gut für das Entfernen von Fliesen oder Estrich.
Was bedeutet Schlagenergie in Joule?
Sie gibt die Kraft jedes einzelnen Schlags an. Höhere Joule-Werte ermöglichen größere Bohrdurchmesser und effektiveres Meißeln.
Kabel oder Akku beim Bohrhammer?
Kabelgebundene Geräte liefern konstant hohe Leistung für intensive Arbeiten, Akku-Modelle bieten mehr Flexibilität für mobile, gelegentliche Einsätze.