Eine Spannzange ist ein hochwertiges Spannmittel, das in der spanenden Fertigung eingesetzt wird, um Werkzeuge oder Werkstücke konzentrisch und vibrationsfrei einzuspannen. Sie zeichnet sich durch ihre hohe Wiederholgenauigkeit und Spannkraft aus. Spannzangen sind fester Bestandteil moderner CNC-Maschinen, Fräsmaschinen und Drehmaschinen.
Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert eine Spannzange?
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Das Funktionsprinzip einer Spannzange basiert auf dem elastischen Verformen eines geschlitzten Hohlzylinders aus Federstahl. Der Zylinder wird durch axiales Anziehen einer Überwurfmutter oder eines Spannmechanismus radial zusammengepresst. Dabei verringert sich der Innendurchmesser gleichmäßig und klemmt das eingeführte Werkzeug oder Werkstück rundum mit gleichmäßiger Kraft ein. Durch die geschliffene Innenkontur entsteht ein sattes, flächiges Anliegen, was Rundlauffehler auf ein Minimum reduziert. Die Schlitze im Korpus ermöglichen die elastische Verformung und kehren nach dem Lösen in die Ausgangsposition zurück.
Typen und Bauformen
Es gibt verschiedene Bauformen, die je nach Anwendungsfall gewählt werden:
- ER-Spannzangen: Der verbreitetste Typ weltweit, genormt nach DIN 6499. Sie eignen sich für Fräs- und Bohrwerkzeuge und sind in Größen von ER8 bis ER50 erhältlich.
- OZ-Spannzangen: Bieten einen größeren Spannbereich pro Zange, jedoch mit etwas geringerer Rundlaufgenauigkeit als ER-Typen.
- 5C-Spannzangen: Weit verbreitet in der Drehtechnik und für Schleifanwendungen, besonders in der amerikanischen Fertigungstradition.
- Druckzangen und Zugzangen: Unterscheiden sich im Betätigungsprinzip – Druckzangen werden von vorne axial gedrückt, Zugzangen von hinten gezogen.
- Hydrodehn-Spannzangen: Nutzen hydraulischen Druck für besonders hohe Rundlaufgenauigkeit unter 3 Mikrometern.
Einsatzbereiche
Spannzangen finden sich in nahezu allen Bereichen der Metallbearbeitung und darüber hinaus:
- CNC-Fräsmaschinen zum Einspannen von Schaft-Fräsern und Bohrern
- Drehmaschinen zum Halten von Rundmaterial und Drehteilen
- Schleifmaschinen für die Präzisionsbearbeitung
- Graviermaschinen und Holzbearbeitungsmaschinen
- Uhrmacherei und Feinmechanik für kleinste Spannzangen im Submillimeterbereich
Worauf du beim Kauf achten solltest
Beim Kauf einer Spannzange sind mehrere Faktoren entscheidend für die Qualität und Passgenauigkeit:
- Kompatibilität: Achte darauf, dass die Spannzange mit dem Spannsystem deiner Maschine übereinstimmt – ER-Größe oder Zangensystem müssen exakt passen.
- Rundlaufgenauigkeit: Hochwertige Zangen erreichen Werte unter 5 Mikrometern. Günstige Varianten liegen oft bei 10–20 Mikrometern.
- Material und Härtung: Spannzangen aus hochwertigem Federstahl mit präziser Wärmebehandlung sind langlebiger und formstabiler.
- Spannbereich: Wähle die Zange möglichst nah am Nenndurchmesser deines Werkzeugs – ein zu großer Spannbereich verschlechtert die Genauigkeit.
- Hersteller und Normen: Achte auf Produkte nach DIN-Norm und von etablierten Herstellern wie Schaublin, Kennametal oder Lyndex-Nikken.
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