Pickel

Ein Pickel ist ein vielseitiges Handwerkzeug, das zum Aufbrechen, Lockern und Bearbeiten harter Materialien wie Stein, Erde oder Beton eingesetzt wird. Er besteht aus einem langen Stiel und einem beidseitig ausgeformten Metallkopf. Besonders im Tiefbau, Bergbau und Gartenbau gehört der Pickel zur Standardausrüstung.

Wie funktioniert ein Pickel?

Das Funktionsprinzip des Pickels basiert auf der Hebelwirkung und der konzentrierten Kraftübertragung. Du schwingst den Pickel mit beiden Händen über den Kopf und lässt ihn mit Schwung auf die zu bearbeitende Oberfläche fallen. Die spitz zulaufende oder flach geschliffene Metallspitze dringt dabei in das Material ein und bricht es auf. Der lange Stiel verstärkt die Hebelwirkung und schont dabei deine Gelenke, da er einen Teil der Aufprallenergie absorbiert. Die Effizienz hängt stark von der Schärfe der Spitze, dem Gewicht des Kopfes und der richtigen Schwungtechnik ab.

Typen und Bauformen

Pickel gibt es in verschiedenen Ausführungen, die jeweils für bestimmte Anwendungen optimiert sind:

  • Zweispitz-Pickel: Beide Seiten des Kopfes laufen spitz zu. Ideal für hartes Gestein und verdichteten Boden.
  • Einspitz-Pickel (mit Querblatt): Eine Seite ist spitz, die andere breit und flach ausgeformt. Ermöglicht sowohl das Aufbrechen als auch das Schaufeln oder Hacken.
  • Geologen-Pickel: Kompaktere und leichtere Variante, speziell für die Arbeit im Gelände und die Probenentnahme bei Gesteinen.
  • Mattock (Breithacke): Eine Sonderform mit breiterem Blatt, die besonders für Erdarbeiten und das Durchtrennen von Wurzeln geeignet ist.

Stiele bestehen traditionell aus Eschenholz, moderne Varianten nutzen Glasfaser oder Fiberglas für mehr Haltbarkeit und geringeres Gewicht.

Einsatzbereiche

Der Pickel wird in zahlreichen Bereichen eingesetzt:

  • Tiefbau und Straßenbau: Aufbrechen von Asphalt, Pflastersteinen und verdichtetem Erdreich
  • Gartenbau: Lockern harter Böden, Entfernen von Wurzeln und Steinen
  • Bergbau und Geologie: Freilegen von Gesteinsschichten und Mineralproben
  • Archäologie: Behutsames Freilegen von Bodenfunden
  • Katastrophenschutz und Feuerwehr: Öffnen von Trümmern und blockierten Zugängen

Worauf du beim Kauf achten solltest

Beim Kauf eines Pickels spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Kopfgewicht: Für leichte Erdarbeiten reichen 1,5 bis 2 kg. Für Beton oder Gestein empfehlen sich 3 bis 5 kg schwere Köpfe.
  • Stiellänge: Ein Stiel zwischen 90 und 120 cm ist für die meisten Anwendungen geeignet. Längere Stiele erzeugen mehr Schwung, ermüden aber schneller.
  • Stielmaterial: Holzstiele sind günstig und stoßdämpfend, Fiberglasstiele sind langlebiger und witterungsbeständiger.
  • Stahlqualität: Achte auf gehärteten Stahl mit ausreichender Zähigkeit, damit die Spitze nicht splittert.
  • Befestigung: Der Kopf muss sicher und spielfrei auf dem Stiel sitzen. Überprüfe dies vor jeder Benutzung.

Für gelegentliche Arbeiten im Heimbereich reicht ein einfaches Modell. Wer regelmäßig schwere Materialien bearbeitet, sollte in ein hochwertiges Profi-Werkzeug investieren.

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