Der Zollstock – auch Gliedermaßstab genannt – ist eines der bekanntesten Messwerkzeuge überhaupt und gehört zur Grundausstattung in nahezu jedem Werkzeugkasten. Er besteht aus mehreren gelenkig verbundenen Gliedern, die sich zusammenklappen und wieder ausklappen lassen. Trotz der modernen Konkurrenz durch Bandmaße und Laser-Entfernungsmesser bleibt er wegen seiner Formstabilität und Robustheit ein unverzichtbares Werkzeug.
Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert ein Zollstock?
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Der Zollstock besteht aus mehreren, meist 10 gleich langen Gliedern (üblicherweise je 20 cm), die über Metallgelenke miteinander verbunden sind. Beim Zusammenklappen legen sich die Glieder wie ein Zickzack übereinander, sodass der gesamte Maßstab kompakt in die Tasche passt. Beim Aufklappen bildet er eine gerade, formstabile Messlinie – anders als ein flexibles Bandmaß bleibt er dabei von selbst gerade, was ihn besonders praktisch für Messungen macht, bei denen du keine zweite Hand zum Halten hast, etwa beim Anlegen an eine Wand über Kopf.
Woher kommt der Name “Zollstock”?
Der Name stammt aus einer Zeit, in der noch in “Zoll” (der alten Maßeinheit, ca. 2,54 cm) gemessen wurde. Auch wenn heute nahezu alle Zollstöcke in Zentimetern beschriftet sind, hat sich der Name umgangssprachlich bis heute gehalten. Fachlich korrekt heißt das Werkzeug “Gliedermaßstab”, da es aus einzelnen Gliedern besteht – im allgemeinen Sprachgebrauch dominiert aber klar der Begriff “Zollstock”.
Zollstock vs. Maßband: Wo liegt der Unterschied?
Beide Werkzeuge messen Längen, haben aber unterschiedliche Stärken. Der Zollstock ist formstabil und lässt sich freihändig gerade ausrichten, ohne dass er sich verbiegt – ideal für kurze bis mittlere Distanzen (meist bis 2 Meter) und Arbeiten, bei denen du keine zweite Hand zum Halten hast. Das Maßband ist flexibel, deutlich länger (oft 5 bis 10 Meter oder mehr) und eignet sich besser für lange Strecken, runde Objekte oder Innenräume, bei denen ein starrer Zollstock nicht um Ecken oder Kurven geführt werden kann.
Typen und Bauformen
- Holz-Zollstock: Der Klassiker, meist aus Buchenholz, robust und angenehm in der Haptik – der Favorit vieler Handwerker.
- Kunststoff-Zollstock: Leichter und wasserunempfindlicher als Holz, oft günstiger in der Anschaffung.
- Glasfaser-Zollstock: Besonders bruchfest und für den professionellen Dauereinsatz auf Baustellen ausgelegt.
- Zollstock mit Digitalanzeige: Kombiniert die klassische Bauform mit einem digitalen Zusatzmodul für präzise Zwischenmaße.
Praktische Zollstock-Tricks
- Rechten Winkel anlegen: Zwei Glieder im 90-Grad-Winkel ausklappen, um schnell eine rechtwinklige Kante zu prüfen, ohne einen separaten Winkelmesser zu benötigen.
- Kreis anzeichnen: Ein Ende fixieren und den Zollstock im gewünschten Radius drehen – funktioniert als improvisierter Zirkel für größere Kreise.
- Innenmaße messen: Viele moderne Zollstöcke haben eine Ausziehlasche am Ende, mit der du Innenmaße (z. B. in einer Nische) exakt erfassen kannst.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Material: Holz für angenehme Haptik, Kunststoff für Wasserunempfindlichkeit, Glasfaser für maximale Robustheit.
- Gelenkqualität: Straffe, aber leichtgängige Gelenke sorgen für eine stabile, gerade Messlinie ohne Wackeln.
- Ablesbarkeit: Kontrastreiche, gut lesbare Beschriftung erleichtert die Arbeit auch bei schlechtem Licht.
- Länge: Die gängige Standardlänge von 2 Metern deckt die meisten Alltagsaufgaben ab.
- Zusatzfunktionen: Manche Modelle bieten wasserfeste Beschichtung oder eine integrierte Wasserwaage im ersten Glied.
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Pflege und Wartung
- Gelenke pflegen: Gelegentlich mit etwas Wachs oder Öl behandeln, damit sie leichtgängig bleiben, besonders bei Holzmodellen
- Trocken lagern: Vor allem Holz-Zollstöcke vor Feuchtigkeit schützen, um Verziehen zu vermeiden
- Nicht überdehnen: Zu starkes Aufklappen über den Anschlag hinaus kann die Gelenke beschädigen
- Beschriftung schonen: Vor starker Reibung schützen, damit die Zahlen lange lesbar bleiben
Häufig gestellte Fragen zum Zollstock
Was ist der Unterschied zwischen Zollstock und Gliedermaßstab?
Keiner – “Gliedermaßstab” ist die fachlich korrekte Bezeichnung, “Zollstock” der umgangssprachlich weit verbreitete Name für dasselbe Werkzeug.
Zollstock oder Maßband – was ist besser?
Der Zollstock ist formstabil und ideal für kurze, freihändige Messungen. Das Maßband eignet sich besser für lange Strecken oder Messungen um Ecken und Kurven.
Warum heißt der Zollstock so, obwohl er in Zentimetern misst?
Der Name stammt aus der Zeit, als noch in “Zoll” gemessen wurde. Der Begriff hat sich umgangssprachlich gehalten, auch wenn moderne Zollstöcke in Zentimetern beschriftet sind.
Wie kann ich mit einem Zollstock einen rechten Winkel prüfen?
Klappe zwei Glieder im 90-Grad-Winkel aus und lege sie an die zu prüfende Kante an – so erkennst du schnell, ob die Kante wirklich rechtwinklig ist.
Welches Material ist beim Zollstock am besten?
Holz bietet angenehme Haptik, Kunststoff ist wasserunempfindlicher, Glasfaser am bruchfestesten für den professionellen Dauereinsatz.